Vortrag von Rainer Mende (Filmreferent im Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig) im Rahmen der Ringvorlesung „Was Sie schon immer über Polen wissen wollten (oder sollten)“
Wie hat sich das polnische Kino seit „Ida“ verändert? Wie dominant sind noch die großen Namen und welche Generationen verschaffen sich zunehmend Gehör? Wie funktioniert der polnische Film auf dem internationalen Parkett? Kann anspruchsvolles Kino ein breites Publikum erreichen? Wie präsent sind Frauen vor und hinter der Kamera? Was hat der polnische Film für Genre-Liebhaber*innen zu bieten?
In einem Mix aus statistischen Daten, subjektiven Einschätzungen und praktischen Beispielen arbeiten wir uns durch eine Dekade polnischer Filmkultur.
- Agnieszka Smoczyńska: Córki dancingu / Sirenengesang (2015) © Robert Palka
- Xawery Żuławski: Apokawixa / It Came From The Water (2022) © TVN S.A.
Die Ringvorlesung bietet eine wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche und abwechslungsreiche Einführung in die polnische Geschichte, Gesellschaft, Sprache und Kultur.
Anhand ausgewählter Themen geben die Vortragenden Einblicke in das Polen von gestern und heute und diskutieren aktuelle Forschungsfragen, u. a.: Wie sieht die erste Verfassung Polens von 1791 aus der Perspektive der visuellen Geschichte aus? Mit welchen Methoden lässt sich die polnisch-belarusische Nachbarschaft sprachwissenschaftlich analysieren? Wie lebten Deutsche in Warschau von der frühen Neuzeit bis Anfang des 20. Jahrhunderts? Was trug die Fotografie seit dem späten 19. Jahrhundert zur (De)Konstruktion so genannter Volkstypen in Polen bei? Wie wird der Kriegszustand (1981–1983) in der Kinderliteratur verarbeitet? Was erzählt der polnische Spielfilm seit 2015 über Gangster, Nixen und Zombies? Welche Entwicklung nimmt das Projekt „Deutsch-Polnisches Haus“ in Berlin, und was sagt es über die aktuellen deutsch-polnischen Beziehungen aus?
Termine:
13.10.2026
Polens erste Verfassung 1791 – eine visuelle Geschichte
Yvonne Kleinmann | Halle
20.10.2026
Die Region Białystok als Erinnerungslandschaft: Aktuelle Forschungsperspektiven
Yvonne Kleinmann & Johann Wiede | Halle
27.10.2026
Brain-Friendly Polish: Neurodydactic insights into language learning
Żaneta Pawłowicz | Jena
03.11.2026
Vergangenheit und Gegenwart postmigrantisch gesehen. Zum deutschsprachigen Schaffen von Autor*innen polnischer und türkischer Herkunft
Krzysztof Okoński | Bydgoszcz
10.11.2026
Polnisch im Sprachkontakt: Mehrsprachigkeit und Identität
Ruprecht von Waldenfels | Jena
17.11.2026
Erinnerung und regionale Identität im polnischen Theater in Zeiten der Deindustrialisierung
Zbigniew Feliszewski | Katowice
01.12.2026
How to Elect a King? Royal Elections in the Polish-Lithuanian Commonwealth: Theory and Practice
Tomasz Kucharski | Toruń
08.12.2026
Von Fremden zu Nachbarn: Deutsche in Warschau von der Staatenunion Polen-Litauen bis zum Ersten Weltkrieg
Markus Nesselrodt | Frankfurt (Oder)
15.12.2026
Bildung für ein freies Land – Reformschulen in Polen 1918–1939
Verena Laubinger | Halle
12.01.2027
Das Projekt „Deutsch-Polnisches Haus“ in Berlin: Erinnerung, Vermittlung und Begegnung
Bozhena Kozakevych | Berlin
19.01.2027
Gangster, Nixen und Zombies. Der polnische Spielfilm seit 2015 zwischen Genre, Arthouse und Kassenschlager
Rainer Mende | Leipzig
26.01.2027
„Sonntag ohne Teleranek“ – das Kriegsrecht (1981–1983) in der polnischen Kinderliteratur als Spiegel des Identitätsdiskurses nach 1989
Karoline Thaidigsmann | Heidelberg
02.02.2027
Volkstypen in Polen, 1878–1939 – Fotografische (De-)Konstruktionen
Martin Rohde | Wien
Veranstalter: Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig
Ringvorlesungs-Flyer als PDF (250 KB)
Info: aleksander-brueckner-zentrum.org/veranstaltungen/ringvorlesung
Eintritt: frei
Ort: MLU Halle-Wittenberg, Steintor-Campus, Hörsaal III, Emil-Abderhalden-Str. 26-27, 06108 Halle (Saale)

