3.11.2023 - 5.11.2023 Programmarchiv Weimar / versch. Orte

Tempo, Tempo! Zeit und Zeitwahrnehmungen in der Geschichte 🗺

WEIMAR / 15. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

Polnische Themen beim Geschichtsfestival

Programm (Auszüge):

04.11.2023 / 11:00 / Stadtmuseum Weimar
Nicht schnell genug: Die radikale Frauenbewegung in Europa um 1900

Podiumsdiskussion mit:
Dr. Iwona Dadej (wiss. Mitarbeiterin am Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Universität Halle/Saale)
Prof. Dr. Johanna Gehmacher (Sprecherin des Forschungsschwerpunktes Frauen- und Geschlechtergeschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien)
Dr. Jens Riederer (Leiter des Stadtarchivs Weimar)

Moderation: Dr. Kerstin Wolff (Leiterin der Forschungsabteilung des Archivs der deutschen Frauenbewegung in Kassel)

Das 19. Jahrhundert gilt in Europa als eine Epoche des rasanten technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts. Zugleich war es aber auch von sehr konservativen Ehr- und Moralvorstellungen und traditionellen Rollenbildern geprägt, die sich bis in die Politik hinein fortsetzten. Neben anderen gesellschaftlichen Gruppen betraf dies vor allem die Frauen, die kaum Anteil am öffentlichen Leben hatten – sei es in der Wirtschaft, der Gesellschaft oder der Politik. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dies mehr und mehr zum Thema engagierter Frauen, die sich für mehr Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzten.

Je mehr sie sich in Vereinen und Bündnissen engagierten und je mehr sie merkten, dass sie mit ihren Forderungen kaum oder gar nicht durchdrangen, radikalisierten sich einige von ihnen. Das gilt sowohl für die sozialistische als auch für die bürgerliche Frauenbewegung. Die Forderung nach dem gleichen Wahlrecht und voller bürgerlicher Gleichheit bildete dabei ein zentrales Ziel.

Überall in Europa regten sich diese Stimmen und viele Akteurinnen standen über Grenzen hinweg in regem Kontakt. Ausgehend von Weimar, wo sich einige Wurzeln der (radikalen) Frauenbewegung finden lassen, wird sich das Podium dem Vergleich und den Transfers insbesondere zwischen England, Deutschland, Polen und Österreich widmen. Wie machten die Frauen also Tempo, wenn es um ihre gemeinsame Gleichberechtigung ging?

Veranstalter: Weimarer Rendezvous mit der Geschichte in Kooperation mit dem Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel, dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und weiteren Partnern

Eintritt: frei
Ort: Stadtmuseum Weimar, Karl-Liebknecht-Str. 5, 99423 Weimar


04.11.2023 / 13:00 / Stadtmuseum Weimar
Weibliche Zeit:en. Frauen in Frankreich, Polen und der DDR zwischen Tradition und (sozialistischer) Moderne

Podiumsdiskussion mit:
Dr. Janette Friedrich (Universität Genf & Sigmund Freud PrivatUniversität Wien)
PD Dr. Paulina Gulińska-Jurgiel (Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Universität Halle, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte)
Prof. Dr. Silke Satjukow (Professorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Halle)

Moderation:
Univ.-Prof. Dr. Rainer Gries (Leiter des Fachbereichs Psychologische und Historische Anthropologie an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien)

Im 20. Jahrhundert eroberten sich Frauen auch die Selbstbestimmung über ihre eigene Zeit und die Mitbestimmung an gesellschaftlichen und politischen Zeiten. „Zeit“ wurde auch für sie zur zentralen Ressource, die freilich nicht jeder Frau jederzeit gleichermaßen zur Verfügung stand.

Die Diskutantinnen fragen nach den Erfahrungen von „weiblichen Zeit:en“ in der Demokratie Frankreichs sowie in den Diktaturen der DDR und der Volksrepublik Polen. Sie diskutieren über „die Zeit“ und die verschiedenen weiblichen Rollen – als Individuum, als Mutter, als Partnerin, als Berufstätige sowie als politische Person.

Dabei lässt sich schon jetzt sagen: Frauen verblieben in allen drei Ländern nicht im „Drinnen“ des Hauses – sie wurden freiwillig und unfreiwillig nach „Draußen“ in die Sphären der Gesellschaft katapultiert. Gemeinsam mit den Zeug*innen der Zeit im Publikum gilt es herauszufinden: Was hieß das für die Eigen-Zeit und für die soziale Zeit der Frauen? Welche weiblichen Zeit-Erfahrungen in den drei Ländern sind vergleichbar – und welche nicht? Und was bedeuten diese Prägungen heute?

Veranstalter: Weimarer Rendezvous mit der Geschichte in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und weiteren Partnern

Eintritt: frei
Ort: Stadtmuseum Weimar, Karl-Liebknecht-Str. 5, 99423 Weimar


05.11.2023 / 13:00 / Festsaal im Rathaus
Die Rasanz der Transformation: Bangen, Freuen, Lernen, Beeilen und Warten im Systemwechsel 1989/90

Podiumsdiskussion mit:
Dr. Agnès Arp (forschte in einer Vielzahl von Projekten zu Transformationserfahrungen in den neuen Bundesländern und Europa)
Prof. Dr. Valeska Bopp-Filimonov (angefragt, Juniorprofessorin für Romanistik an der Universität Jena)
Prof. Dr. Kornelia Kończal (Professorin für Didaktik der Geschichte)

Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht (Historiker und Germanist im Ruhestand)

Die Besucher*innen sind dazu einlgeaden, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen, die sich in ihrer Forschung mit der Systemtransformation 1989/90 beschäftigen. Sie weiten dabei den Blick und vergleichen die Ereignisse in den neuen Bundesländern mit den Bedingungen, wie sie in anderen Ländern des ehemaligen „Ostblocks“ vorherrschten.

Wo lagen die Gemeinsamkeiten, wenn man sich auf einmal und sehr plötzlich an den Erfordernissen einer Marktwirtschaft ausrichten musste? Gab es Unterschiede, wenn man die Transformation aus eigener Kraft gestalten konnte, ohne die Unterstützung von alten Bundesländern? Wer wurde überrumpelt, wer ergriff die Chancen? Und was bedeutete dieser rasante Wandel für die politische Kultur und die junge Demokratie in den ehemals sozialistischen Ländern?

Veranstalter: Weimarer Rendezvous mit der Geschichte in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und weiteren Partnern

Eintritt: frei
Ort: Festsaal im Rathaus Weimar, Markt 1, 99423 Weimar


05.11.2023 / 15:00 / Kommunales Kino im mon ami
Przypadek / Der Zufall – möglicherweise
Spielfilm, R: Krzysztof Kieślowski, PL 1981, 114 min, OmdU, mit Bogusław Linda, Tadeusz Łomnicki, Bogusława Pawelec u.a.

Einführung: Bernd Karwen (Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)

Die Handlung spielt vor dem politischen Hintergrund des damaligen kommunistischen Polen, der Auseinandersetzung zwischen der Partei und den im Untergrund tätigen Oppositionellen. Am Beispiel von drei Versionen des Lebenslaufs des Protagonisten Witek Długosz untersucht der Regisseur die Rolle des Zufalls und des Determinismus als Faktoren des menschlichen Schicksals.

In der Fachwelt gilt das Werk als eines der besten und originellsten von Filme Kieślowskis. Er drehte das Schicksalsdrama bereits 1981, konnte es jedoch erst sechs Jahre später veröffentlichen. Der Film wurde durch die Verhängung des Kriegszustands in Polen nach den Solidarność-Unruhen 1981 wegen seines unbequemen Inhalts von der polnischen Zensur verboten. Eine Ausstrahlung im Ausland wurde ebenfalls nicht genehmigt.

Veranstalter: Weimarer Rendezvous mit der Geschichte in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und dem Kommunalen Kino im mon ami Weimar

Eintritt: frei
Ort: Kommunales Kino im mon ami, Goetheplatz 11, 99423 Weimar


 

Info: weimarer-rendezvous.de

 

 


Programm des Polnischen Instituts:

Bericht aus der belagerten Stadt Tschernihiw
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Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
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