Tacet – wo die Stimme verstummt 🗺
Vernissage: 10.09.2026 / ca. 20:00 nach dem Konzert „Mendelssohn Kontexte“ im Beisein der Künstlerinnen
- © Eliza Tatiana Albert
- © Eliza Tatiana Albert
- © Eliza Tatiana Albert
Wenn Instrumente oder Stimmen schweigen, steht in den Noten meist „Tacet“ – „schweigt“. Alice Chinaglia und Eliza Tatiana Albert sind ausgebildete klassische Sängerinnen. Singen und auf der großen Opernbühne zu stehen ist ihr Alltag – sei es in der Leipziger Oper oder anderswo, bisweilen auch bei den Bayreuther Festspielen. Doch neben der Musik steht die Stille, die Arbeit mit visuellen Reizen, mit Farben und Formen – und all das im Schweigen. Welche Bilder machen Menschen, deren erstes Ausdrucksmittel die menschliche Stimme ist? Alice Chinaglia und Eliza Tatiana Albert zeigen in ihrer Ausstellung ihre Kunstwerke, die ganz ohne Töne auskommen.
- © Alice Chinaglia
- © Alice Chinaglia
- © Alice Chinaglia
Die Künstlerinnen:

Alice Chinaglia © privat
Die Sängerin, Dolmetscherin, Gesangslehrerin (in sechs Sprachen) und Sprach-Coachin für Italienisch Alice Chinaglia stammt aus Rovigo (Italien). Nach dem Studium am Conservatorio „Francesco Venezze“ in Rovigo und Wirtschaft an der Universität Ferrara studierte sie Operngesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, wo sie ihren Master mit Auszeichnung absolvierte – wie auch am Conservatorio von Rovigo. Sie erhielt einige Preise und Rollen in Italien und im Ausland als Opern- und Crossover-Sängerin. Seit sechs Jahren ist sie hauptberuflich in Opernchören (Freiburg, Stuttgart, Darmstadt, Innsbruck, Bayreuther Festspiele) engagiert, wo sie immer wieder Chorsoli singt. Aktuell ist sie im Chor der Oper Leipzig fest angestellt und gibt Konzerte mit Musik aus verschiedenen Genres – Jazz, Songwriter, Folk, Rock, Pop und Metal.
Alice begann schon als kleines Kind zu zeichnen und zu malen. Ihre Motivation war stets eng mit ihrem Bedürfnis verbunden, ihre Gefühle, ihre Stimmungen und ihre Sicht auf die Gesellschaft auszudrücken – Protest, Sinnlichkeit, Liebe, Hass, Trauer, Frieden etc. Die Farben eines abstrakten Gemäldes oder die Wahl einer einfachen Landschaftsdarstellung spiegeln für sie immer eine bestimmte Phase, ein Gefühl. Sie verbergen eine Botschaft. Wie Tanz, Poesie und Gesang ist für Chinaglia alles Ausdruck reiner menschlicher Emotion. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz nach Perfektion strebt, sucht sie weiterhin nach dem Menschlichen in seiner Unvollkommenheit.

Eliza Tatiana Albert © privat
Die geborene Polin Eliza Tatiana Albert studierte Gesang und Schauspiel an der Musikhochschule „Feliks Nowowiejski“ in Bydgoszcz. Als Gast nahm sie an den Open-Air-Schlossfestspielen in Schwerin teil, wo sie und zum ersten Mal auf der deutschen Bühne stand und als Annina debütierte. Darüber hinaus sang sie dort auch im Opernchor. Danach bekam sie ein Engagement im Chor der Oper Leipzig, wo sie bis heute singt. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Dietrich Hilsdorf oder Peter Konwitschny zusammen.
Über ihren Weg zur bildenden Kunst sagt sie: „Alles begann, als ich noch ganz klein war, noch vor dem Kindergarten. Da gab es jede Woche ein Heft zum Malen und Basteln. Das habe ich so gern gemacht, dass ich fast vergessen hatte, dass es noch etwas anderes gab in meinem Leben. Nach vielen Jahren habe ich mein Ventil, meine Leidenschaft und Liebe zum Malen wiederentdeckt. Ich male nicht nur, sondern schreibe auch Gedichte – natürlich auf Polnisch. Das Malen ist für mich nicht nur Kunst, es ist Verbindung zu dem Größeren, das uns umgibt, das durch uns spricht, das über uns hinausweist.“
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig
Info: https://instytutpolski.pl/leipzig, oper-leipzig.de/de/ensemble/oper/chor
Öffnungszeiten: Di–Fr 10:00–16:00 und zu Veranstaltungen
Eintritt: frei
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
Titelbild © Alice Chinaglia





